News | Corporate | Gütersloh, 05.08.2021

Bertelsmann trauert um Gerd Schulte-Hillen

Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende von Bertelsmann und Gruner + Jahr ist am Mittwoch im Alter von 80 Jahren verstorben.

Gerd Schulte-Hillen im Jahr 2000

Gerd Schulte-Hillen, früherer Aufsichtsratsvorsitzender von Bertelsmann und Gruner + Jahr, ist am Mittwoch im Alter von 80 Jahren verstorben. Schulte-Hillen, der auch in zahlreichen Management-Funktionen bei Bertelsmann und bei G+J tätig gewesen war, hatte nach über 34 Jahren im Konzern Ende 2003 Bertelsmann und die Bertelsmann Stiftung verlassen, wo er zuletzt stellvertretender Präsidiumsvorsitzender war.

Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender von Bertelsmann: „Gerd Schulte-Hillen war in den 1980er- und -90er-Jahren eine der wichtigsten und wirkungsmächtigsten Medienpersönlichkeiten Deutschlands. In seinen führenden Positionen hat er aber nicht nur die deutsche, sondern auch die europäische Presselandschaft entscheidend mitgeprägt. Seine Standpunkte hat Gerd Schulte-Hillen stets mit Haltung vertreten und sich so großen Respekt von Management, Mitarbeitenden und Gesellschaftern erworben. Bertelsmann ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir sprechen seiner Familie unser herzlichstes Beileid aus und werden Gerd Schulte-Hillen ein ehrendes Andenken bewahren.“

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann: „Gerd Schulte-Hillen hat in seinen mehr als drei Jahrzehnten im Unternehmen einen großen Anteil an der Entwicklung von Bertelsmann insgesamt gehabt. Vom Assistenten bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden, für Bertelsmann und für Gruner + Jahr – alle seine Aufgaben hat er mit hohem unternehmerischen Einsatz und großer Leidenschaft wahrgenommen. Als herausragender Medienmanager und als auch durchaus streitbare Persönlichkeit war er an wichtigen Weichenstellungen des Konzerns beteiligt, hat viele Impulse gesetzt und war seinerseits für jede Idee offen. Wir werden ihn als Unternehmer und Mensch sehr vermissen und trauern mit seiner Familie um den großen Verlust.“

Stephan Schäfer, CEO von Gruner + Jahr: „Wir trauern heute nicht nur um den langjährigen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Gruner + Jahr, sondern um eine der prägenden Figuren der Verlagsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Gerd Schulte-Hillen war ein ebenso erfolgreicher wie leidenschaftlicher Manager, und er war stets ein Verfechter des unabhängigen Journalismus. Mit dieser Haltung hat er G+J bis in die heutige Zeit geprägt. Gruner + Jahr und seine publizistischen Marken haben Gerd Schulte-Hillen sehr viel zu verdanken. Wir verneigen uns in tiefer Trauer vor einem großartigen Kollegen und sind in Gedanken bei seiner Ehefrau und der Familie.“

Gerd Schulte-Hillen, geboren 1940, hatte 1969 nach einem ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Studium seine Karriere als Assistent der Geschäftsleitung der Bertelsmann-Druckerei Mohndruck in Gütersloh begonnen. Nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten für Bertelsmann in Spanien und Portugal wurde dem damals 32-Jährigen 1973 die Leitung der G+J Druckerei in Itzehoe bei Hamburg übertragen, die er zu einer der modernsten und ertragreichsten Tiefdruckereien in Europa ausbaute. Zeitgleich trat Schulte-Hillen in den G+J-Vorstand ein, dessen Vorsitz er 1981 übernahm. 1985 wurde er in den Vorstand der damaligen Bertelsmann AG berufen, 1987 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Zum 1. November 2000 wurde Gerd Schulte-Hillen zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Bertelsmann AG und von Gruner + Jahr, zum Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft sowie zum stellvertretenden Präsidiumsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung ernannt, deren Kuratoriumsmitglied er bereits seit 1993 war. Ende Oktober 2003 legte er sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Gruner + Jahr und sein Amt bei der Bertelsmann Stiftung nieder, Ende des Jahres 2003 schied Gerd Schulte-Hillen von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender bei Bertelsmann sowie als Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft aus.