Bertelsmann verleiht Stipendien an Bielefelder Studenten

„Ich beglückwünsche Sie zu diesem Stipendium und hoffe, dass Ihre Arbeit, die Bertelsmann hiermit fördert, nicht nur Sie, sondern uns alle weiterbringt." Mit diesen Worten überreichte Heribert Sangs, Leiter der Zentralen Bildung im Corporate Center, am Donnerstagnachmittag den Studierenden des Master-Studiengangs „Interdisziplinäre Medienwissenschaft" Maha Salem und Ulli Waltinger von der Universität Bielefeld eine Urkunde für ein Stipendium in Höhe von je 3000 Euro. Es ist das erste Mal, dass der Medienkonzern den Studiengang, der im Wintersemester 2003 eingeführt worden war, neben Vorträgen von hauseigenen Führungskräften, Workshops und Praktikumsangeboten auf diese besondere Weise unterstützt. 

Erklärtes Ziel ist es, einen aktiven Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. „Wir wollen praxisrelevante Inhalte im Studium unterstützen und gleichzeitig Bertelsmann als Arbeitgeber bei den Studenten bekannt machen", hatte Heribert Sangs das Vorhaben der Förderung am Anfang des Jahres vorgestellt. Nachdem Maha Salem und Ulli Waltinger im Dezember 2005 die Jury in einem Vortrag von ihren Forschungsideen überzeugt hatten, konnten sie nun bei der offiziellen Verleihung ihrer Stipendien, an der auch Johannes Mohn, Executive Vice President Media Technology teilnahm, die ersten Ergebnisse ihrer Masterarbeiten präsentieren.

Beide, jeweils auf ein halbes Jahr angelegten medienwissenschaftlichen Untersuchungen, beschäftigen sich mit den Chancen und Herausforderungen des Web 2.0. „Hat man das World Wide Web mit der Metapher eines Spinnennetzes beschrieben, kann man sich das Web 2.0 als ein Gewühl von fleißigen, zusammen arbeitenden Ameisen vorstellen", erklärte Dr. Alexander Mehler, der als Juniorprofessor für Texttechnologie an der Universität Bielefeld die Masterarbeiten der Stipendiaten betreut. „Soziale Vernetzung" und „verteilte Kognition" seien die Stichwörter, die die neuen Medientrends wie „Web-Blogs" (Internettagebücher) oder „Wikipedia" (frei zugängliche Online-Enzyklopädie von ehrenamtlichen Autoren) charakterisieren. Wie sich diese „Social Software Web 2.0" für die Zukunft weiterentwickeln lässt, möchten die Stipendiaten nun näher erforschen. Unter dem Arbeitstitel „Typisierung von Links in Wikipedia" sucht Maha Salem nach neuen Möglichkeiten, die die Links des offenen Autorensystems Wikipedia für Nutzer klarer erkennbar machen. Ziel der Masterstudie „Entwicklung einer dynamischen Ontologie zur Publikation wissenschaftlicher Texte mittels RSS Atom-Technologie" von Ulli Waltinger ist es, einen Online-Bibliotheksservice mit optimierten Mehrwertfunktionen zu entwerfen. „Ich bin gespannt auf Ihre weiteren Forschungsergebnisse", erklärte Johannes Mohn nach den Vorträgen der Stipendiaten. Er selbst sehe in dem heutigen System der Suchmaschinen noch viel Entwicklungspotenzial. Die Praxis könne von Studien dieser Art nur profitieren.